Francoise Chaput
Hundefriedhöfe in Vorderen Orient: Kult, Kadaverbeseitigung oder Ausdruck emotionaler Beziehung

Nach dem libanesischen Bürgerkrieg organisierte die Stadt Beirut zahlreiche archäologische Grabungen. Eine dieser Grabungen, durchgeführt im Jahre 1995 unter der Leitung von Hélène Sader (American University of Beirut) und Uwe Finkbeiner (Universität Tübingen) erbrachte einen Bestattungsplatz, der in die persische Epoche datiert (6. bis 5. Jh. vor Chr.). Dieser Friedhof war für Tote ganz besonderer Art bestimmt: es handelte sich bei den Beigesetzten nicht um Menschen, sondern um Hunde!

Um die Hunde zu bestatten, wählten die Bewohner der Stadt einen freien Platz außerhalb der Siedlung: Auf einer Hangfläche einer älteren Verteidigungsanlage, einer sogenannten Glacis. Insgesamt wurden 20 Skelette freigelegt, wobei die vollständige Ausdehnung des Friedhofes nicht in Gänze ermittelt werden konnte. mehr...


Foto: U. Finkbeiner