Kerstin Pasda
Fromme Askese oder üppiges Festmahl? Speiseüberreste aus dem rokokozeitlichen Speisesaal des Klosters Speinshart.

Ein barockzeitlicher Befund mit Tierknochen in einem Refektorium des Klosters Speinshart erbrachte erstaunliche Ergebnisse. Aus dem Kehrricht in den Zwischenräumen eines Ofens wurde ein Tierknochenkomplex mit 767 Knochen geborgen. Dieser eigentlich kleine Komplex erbrachte immerhin 20 Tierarten!

Allein diese grosse Anzahl verschiedener Tierarten vermittelt nicht gerade ein Bild von der Bescheidenheit der Essgewohnheiten in einem Kloster. Neben den im Spätmittelalter üblichen Haustierarten Rind, Schwein und Schaf waren Hase, Reh und Wildschwein vertreten. Daneben bereicherten auch Geflügelsorten wie Haushuhn, Truthahn, Gans, Ente, Stockente, Brandgans, Wachtel und andere Wildvögel den Speiseplan. Mehr

Schachtfunde von Tieren und Menschen im Peterloch bei Woppental

Archäologische Ausgrabungen im Schuttkegel des Karstschachts Peterloch bei Woppental im Jahr 1936 erbrachten zahlreiche Tier- und Menschenknochen. Archäologische Funde datierten – mit zwischenzeitlich langen Unterbrechungen – vom Neolithikum bis in das 15. Jh. n. Chr. Drei C14-Datierungen der Knochen ergaben eine Einordnung in die Urnenfelderzeit (2857-2785 +/- 43 BP). Die Befundsituation und das Vorhandensein hauptsächlich von Schädel und Unterkiefern unter den menschlichen Funden ließ einen kultischen Hintergrund vermuten. mehr...